Gaskartuschen Kauf

Vor derm Gaskartuschenkauf muss man sich unbedingt über das jeweilige Anschlusssystem seines Campingkochers informieren. Gaskartuschen unterteilt man in drei verschiedene Systeme: Stechkartusche, Schraubventilkartusche und Bajonettventilkartusche. Je nach Gaskocher ist die Wahl der Kartusche vorgegeben. Es gibt Adapter, die die Benutzung einer systemfremden Gaskartusche für Campingkocher möglich machen.

Camping Stechkartusche

Stechkartusche

Stechkartuschen sind weltweit am weitesten verbreitet. Sie sind günstiger als Schraubventil- und Bajanettkartuschen. Es gibt Adapter von Stech- zu Schraubkartuschen* was die Einsetzbarkeit von Stechkartuschen auch für andere Schraubventilgaskocher ermöglicht. Adapter für Stechkartusche Sind Stechkartuschen einmal angeschlossen, sind sie nicht wieder zu entfernen. Es ist eine Dichtung am Kocher nötig um Ausströmung von Gas zu verhindern. Die Dichtung ist die Schwachstelle des Kochgeräts und muss gegebenenfalls bei häufigen Gebrauch ausgetauscht werden.

Schraubventil Gaskartuschen

Schraubgewindekartuschen besitzen ein Gewinde und ein Ventil. Sie können dadurch für den Transport vom Kocheraufsatz entfernt (abgeschraubt) werden. Dies erleichtert die Handhabung und gibt mehr Komfort beim Transportieren. Leider gibt es teilweise minimale Fertigungsunterschiede zwischen unterschiedlichen Schraubkartuschenherstellern, Kompatibilität zwischen den Marken ist dadurch nicht immer garantiert. Diese Kartuschen sind hauptsächlich in Skandinavien und Mitteleuropa verfügbar.

Campingkocher Schraubkartusche
Campingkocher Bajonettkartusche

Bajonettventilkartusche

Bajonettkartuschen besitzen ein Ventil und können zum Reisen demontiert werden. Adapter von Bajonett- zu Schraubanschlüssen sind verfügbar und erweitern damit das Einsatzgebiet dieser Kartusche. Bajonettkartuschen gibt es hauptsächlich in Mitteleuropa. Gaskartuschen mit Bajonettventil sind häufig länglicher geschnitten und passend für Standgaskocher mit Einlassung für die Kartusche. Hier geht es zu einer Testübersicht für 1-flammige Gaskocher.

Gaskartuschen für Campingkocher kaufen

Gaszusammensetzung in der Gaskartusche

Vom Gasgemisch in der Gaskartusche hängt grundlegend die Einsetzbarkeit ab.

Ab Temperaturen um 0°C können Gaskocher Probleme bereiten. Wer vorhat während des Winters zu reisen oder Touren in kalte Regionen zu unternehmen sollte sich vorab über erwartete Temperaturen informieren und sich mit Gaskartuschen der passenden Gasmischung ausstatten (alternativ: Benzinkocher).

Das Gasgemisch von Campinggas besteht hauptsächlich aus Propan, Isobutan und Butan. Die Siedetemperatur von Butan liegt bei -0,5°C und bei Temperaturen unter der Siedetemperatur liegt Butan als Flüssigkeit vor. Zur Verbrennung im Gaskocher muss der Brennstoff jedoch gasförmig sein!

Aus diesem Grund wird selten reines Butan in Gaskartuschen abgefüllt, sondern ein Gemisch mit Propan (Siedetemperatur -42°C) und Isobutan (Siedetemperatur -11,7°C). Als Faustregel kann man sagen, dass bei kalten Temperaturen die Einsetzbarkeit des Gasgemisches mit abnehmendem Butananteil zunimmt.

Weitere Abhängigkeiten der Einsetzbarkeit sind Außendruck sowie Füllstand der Gaskartusche. Mit zunehmender Höhenlage nimmt der Außendruck, also der Luftdruck um den Gaskocher, ab. Je voller die Gaskartusche, desto höher ist der Druck in der Gaskartusche. Damit Gas austreten kann, muss der Druck in der Gaskartusche größer als der Druck außerhalb der Gaskartusche sein. Bei geringen Temperaturen kann das Butan nicht mehr vollständig verdampfen, weshalb lediglich das Propan verdampft, woraufhin der Druck in der Kartusche weiter abnimmt.

Letztendlich erlischt der Gaskocher obwohl noch Butan in der Kartusche ist. Gängige Mischungsverhältnisse  sind beispielsweise 70 % Butan, 30 % Propan oder 70 % Butan, 20 % Propan, 10 % Isobutan, wobei jedes Mischverhältnis seine eigenen Stärken und Schwächen hat.

Ab einer Temperatur von 2°C oder darunter muss der Brennstoff vorgewärmt werden. Dazu wärmt man am besten die Kartusche mit seiner Körperwärme im Schlafsack oder unter der Kleidung. Will man, dass auch bei -10°C noch der notwendige Gasdruck herrscht, sollte man auf ein Mischungsverhältnis von 40 % Butan, 30 % Propan, 30 % Isobutan achten. Wer im Winter in kalten Gebieten Touren unternimmt sollte auf jeden Fall auf diese Mischung zurückgreifen. Hersteller wie z.B. Primus verkaufen ihre Gaskartuschen mit den Schlagworten Sommergas und Wintergas. Hier wird auf den Kartuschen keine genaue Gaszusammensetzung angegeben. Wie sich vom Namen aber erahnen lässt, ist Sommergas (optimiert für 15°C) für wärmere, Wintergas auch für kalte Temperaturen geeignet.

Druck in der Gaskartusche

Gaskartuschen führen eine Mischung aus verflüssigtem Gasgemisch und Gas. Flüssig ist das Gas, da es in der Gaskartusche unter Druck komprimiert wird. Beim Schütteln der Kartusche kann man feststellen, dass eine Flüssigkeit im Behältnis eingeschlossen ist. Erhöht man die Temperatur, steigt der Gasdruck, da mehr Gas vom flüssigen in einen festen Zustand übergehen. Eine befüllte Gaskartusche hat typischerweise etwa 10 Bar Druck. Die Hülle der Kartusche hält aber auch einem höheren Druck, beispielsweise von 15 Bar stand. Steigt der Druck, über die Belastungsgrenze der Hülle hinaus, reißt sie an einer Sollbruchstelle und gibt das Gas frei. Dadurch wird ein Platzen oder gar eine Explosion verhindert. Vorsicht sollte aber dennoch geboten sein. Setzt eine Gaskartusche nicht direkter Sonnenstrahlung oder generell hohen Temperaturen aus.

Wie viele Gaskartuschen brauche ich?

Es ist schwierig den Gasverbrauch im Vorfeld des Urlaubs genau abzuschätzen. Bereits im Vorfeld sollte man sich informieren ob und wo es Gaskartuschen nachzukaufen gibt. Um den Verbrauch  einigermaßen genau abzuschätzen zu können muss man zusätzlich zu der Zubereitung von Mahlzeiten  auch den Gasverbrauch für das Getränkeerwärmen, Heizen und Schneeschmelzen einbeziehen.

Die Herstellerangaben zum Gasverbrauch sind meist unter Laborbedingungen ermittelt und abhängig vom Gaskocher, sie sind also optimistischer als der tatsächliche Verbrauch in der Natur.

Um beim Kochen Gas zu sparen lohnen sich der Einsatz eines Windschildes und die Benutzung von Kochtöpfen mit Deckeln, trotzdem wird grundsätzlich empfohlen etwas mehr Gas zur Reserve einzupacken. Die Herstellerangaben für das Erhitzen eines Liters kalten Wassers liegen je nach Gaskocher bei 3-10 Minuten. Der Gasverbrauch wird dabei mit 1 bis 4 Gramm pro Minute angegeben.

Wo kaufe ich Gaskartuschen?

In Baumärkten, Outdoorläden und an einigen Tankstellen kann man Gaskartuschen kaufen. Gaskartuschen lassen sich aber ebenso bequem über das Internet bestellen. Wer gleich mehrere Kartuschen zusammen bestellt bekommt Mengenrabatt und kann Versandkosten sparen. Stechkartuschen sind am günstigsten. Für Schraub- und Bajonettverschluss Kartuschen zahlt man etwas mehr. Der genaue Preis kommt natürlich auch auf die Inhaltsmenge und die Gaszusammensetzung an. Im Zielgebiet werden Gaskartuschen häufig auch an Campingplätzen verkauft. Am sichersten ist es wenn man die Gaskartuschen von zuhause mitbringt. Vorsicht jedoch bei der Anreise mit dem Flugzeug. Dort dürfen Gaskartuschen nicht mittransportiert werden. Nähere Information dazu gibt es in unseren Campingkocher FAQs.

Entsorgung leerer Gaskartuschen

Bevor eine Gaskartusche entsorgt wird, sollte man sie komplett entleeren. Dazu kann man sie an den Gaskocher anschließen und diesen brennen lassen bis die Flamme erlischt. Kartuschen mit dem „grünen Punkt“ Symbol können als Wertstoff entsorgt werden. Nicht gekennzeichnete Kartuschen sollte man zu Problemstoffsammlungsstellen bringen!